Brüssel verzögert Entscheidung zur EU-Gruppenfreistellungsverordnung

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Die internationalen maritimen Lieferketten sind angespannt und die Dominanz dieser durch Container-Linienreedereien ist spürbar. Während des Logistics for Europe Forums in Brüssel, forderten Speditionen und Industrieverlader eine Überarbeitung des Wettbewerbsrechts für einen transparenten und fairen Seefrachtmarkt für alle Beteiligten der maritimen Lieferkette.

Brüssel verzögert Entscheidung zur EU-Gruppenfreistellungsverordnung
autor: phaisarnwong2517

Letzte Woche während des Logistics for Europe Forums in Brüssel trafen sich Branchenvertreter aus dem Speditions-, Verlader- und Logistiksektor sowie Politiker zu einem konstruktiven Dialog über die Herausforderungen, mit denen die europäische Industrie konfrontiert ist, zusammen. In diesem Zusammenhang ist wieder Bewegung in die Diskussion zu Wettbewerbsverzerrungen und der Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) für Seeschifffahrtskonsortien gekommen, ob diese noch vor dem Ablauf (d.h. vor April 2024) geändert wird.

An der Konferenz nahmen unter anderem Henrik Mørch von der Generaldirektion Wettbewerb (GD COMP) der Europäischen Kommission, und Damian Viccars vom Verband der internationalen Linienreedereien, World Shipping Council (WSC) teil.

Henrik Mørch teilte mit, dass die Konsultationsphase des Prüfverfahrens für die GVO abgeschlossen sei. Doch der Bericht samt Ergebnissen, ob die GVO fortbestehen sollte, im ersten Quartal 2023 veröffentlicht wird und nicht wie vorher angekündigt Ende dieses Jahres.

Speditionen fordern Maßnahmen

Das Wettbewerbsrecht müsse im Hinblick auf die Entwicklung fairer Regelungen verbessert werden und seitens des Welt-Spediteursverbands FIATA sei eine internationale Regulierung notwendig, um die Dominanz der Lieferkette durch Container-Linienreedereien zu verhindern.

Viccars vom WSC argumentierte, dass die EU-Gruppenfreistellungsverordnung für Konsortien, die von Schifffahrtsallianzen in Anspruch genommen wird, ein „verkehrspolitisches Instrument” sei, und dass die Industrie Änderungen, die Vereinbarungen über die gemeinsame Nutzung von Schiffen beeinträchtigen könnten, die „eine kostengünstige und effiziente Schifffahrt ermöglicht haben”, sorgfältig prüfen müsse, berichtet TheLoadstar. Und fügte hinzu, dass „die WSC-Mitglieder sich der Tatsache bewusst waren, dass die Dienstleistungen nach dem Anstieg des Frachtaufkommens nach der Pandemie nicht effizient und nicht günstig waren, aber wir sehen jetzt eine Erholung und die Dienstleistungsqualität verbessert sich sehr schnell. Wir müssen aufpassen, was kommt, denn der Markt korrigiert sich sehr schnell, was zeigt, dass der Wettbewerb besteht”.

Jens Römer von FIATA betonte jedoch, dass die Sorge darüber, was an die Stelle der GVO treten könnte, kein gutes Argument dafür sei, die Dinge so zu belassen, wie sie sind, denn es liege im Interesse aller, eine gute, gesunde maritime Lieferkette aufzubauen.

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